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Honey journeys by Johannes Gruber - Part 1: Karst

Es gibt viele Arten zu reisen und seine Ziele zu wählen. Eine davon:

 

Landschaften nach ihren Honigen zu erkunden.

 

 

 

Honigreisen I Der Karst

 

 

 

Silvan Ferfolja - Der Beste Honig des Karstes

 

 

 

Der Karst: Karge Landschaft zwischen Alpen und Adria

 

Unmittelbar nach der Querung des Isonzo bei Redipuglia ändert sich die Landschaft schlagartig. Es beginnt eine Hochebene, wo dichter Buschwald und künstliche Föhrenwälder sich abwechseln. Dazu magere, von Steinmauern und Karstgebüsch umgebene Trockenwiesen, die durch Beweidung mit Schafen, Ziegen und Eseln buschfrei gehalten werden.  Zwischen Jamiano und Doberdò del Lago tauchen auf einer Karstwiese zwei Bienenstände auf, aufgereiht in einer langen Reihe, bunt bemalt und mit einer herrschaftlichen Veranda über den Einflugsöffnungen. 

 

In Doberdò, dem größten Ort des Isontiner Karstes angelangt, findet in der Trattoria Da Andrea gerade eine Hochzeit statt. Platz für ein Mittagessen wird trotzdem freundlich bereitgestellt; an einem kleinen Tisch direkt hinter der slowenischen Hochzeitsband. In einem Holzregal an der Wand des Schankraums steht eine Auswahl an lokalen Produkten, unter anderem einige Honige von jenem Imker, der das Ziel unserer Reise ist.

 

 

 

Am Ortsrand von Doberdò treffen wir Silvan Ferfolja, einen der bekanntesten Imker des Karstes. Sein selbstgebautes Haus mit großem Garten ist, wie zuvor schon die Viehweiden der Hochebene, von einer Steinmauer aus kantigen Kalksteinen umgeben, die er, wie er erzählt, eigenhändig aus den Schützengräben des ersten Weltkriegs geborgen hat. Das Bauwerk ist an Präzision wohl schwer zu übertreffen. Die erste Begrüßung ist ungestüm und erfolgt durch den jungen Golden Retriever, der schneller ist als die Befehle seines Herrn. Zum Gespräch wird in die Küche gebeten, vorbei an der Gehschule für das einjährige Enkelkind im Vorraum. Auszeichnungen für Honige hängen an der Wand, das ganze Haus wirkt extrem aufgeräumt, die Einrichtungsgegenstände wie Versatzstücke einer typischen Imkerbühne, die uns auch andernorts, in ähnlicher Weise begegnen werden. Im bereitgestellten Obstkörbchen ist jeder Apfel poliert und  sieht aus, als sei er aus Wachs.

 

 

 

Lila Trainingsanzug, großzügige Geste, verschmitztes Lächeln, wache und funkelnde Augen. Seine grauen Haare über den Ohren ähneln dem weißen Flaum des Perückenstrauchs, einer wichtigen Bienentrachtpflanze des Karstes, von der Silvan Ferfolja uns später erzählen wird. Weißwein aus der Region wird kredenzt. Er komme eben von einem Imkertreffen und habe noch keine Zeit gehabt zu essen, es sei ihm aber egal, er esse dann eben erst um vier. Spärliche Details einer Biografie folgen:  100 m von seinem jetzigen Wohnhaus entfernt im Ort geboren, von Brotberuf Schulbusfahrer. Und er baut zur Zeit an einem Wohnhaus für seine Tochter. Zweisprachig ist seine Familie, so wie fast alle hier, halb slowenisch, halb italienisch. Und rasch kommt Silvan zu seinem Lieblingsthema.

 

 

 

Der Auslöser für sein Interesse an Honig war ein Satz von Maria Lucia Piana, einer Expertin für Honig-sensorik aus Bologna. Signora Piana war vor  15 Jahren zu einer Tagung nach Görz gekommen und habe einen Satz gesagt, der ihn wirklich traf: „Ich bin in eine Gegend gekommen, wo man die besten Honige Italiens macht.“ Und so hat es begonnen.

 

 

 

Die Imkerei stammte nicht aus meiner Familie. Wie für jede wichtige Sache, muss man Hunger haben, Hunger aufs Lernen, nicht Hunger auf Geld. Hunger aufs Lernen! Also war ich auf allen Tagungen, ich habe Kurse besucht in ganz Italien und Slowenien, wo auch immer es etwas gab, war ich dabei", so der Imker. Und die Mühe wurde bald belohnt.  „Tre Gocce d’oro“, der wichtigste Honigwettbewerb Italiens zeichnete im Jahre 2016 den Frühlingsblütenhonig von Silvan Ferfolja als besten Honig Italiens aus. Er habe keine Vorahnung gehabt, dass das ein spezieller Honig war. Es sei ein Honig wie immer gewesen. Und die Auszeichnung eine totale Überraschung. Viele weitere Preise folgten.

 


Die Imkerei ist eine Art und Weise, eine Gegend aufzuwerten, einer Gegend Wert zu verleihen  – mit ihren eigenen Produkten.  Mit Käse oder Wein, oder mit Bohnen“, so der Imker.  Und weiter:

 

Der Karst ist eine Landschaft, die den Einfluß des Meeres spürt; das Meer ist nur wenige Kilometer von hier und es gibt auch den Einfluß der Alpen. Wir sind hier praktisch in der Mitte. Der Karst ist ein Land zwischen beiden: dem Meer und den Bergen.“  Und Honig sei ein fantastisches Produkt. Guter Honig sei einer, der mit der Seele gemacht werde, der mit Leidenschaft gemacht werde. Wenn die Gegend gut und die Leidenschaft da sei, müsse es ein guter Honig werden.

 

 

 

Sein Ziel sei es, den „ottimo miele del Carso“ zu produzieren, schreibt Silvan auf seiner Webseite.  Was er darunter versteht ?  "Der beste Honig des Karstes ist ein besonderes Produkt, mit vielen Aromen, weil es hier eine Vielzahl an Blüten gibt, die man sonst  nirgends findet.  Im Frühling ist die Steinweichsel wichtig, sehr wichtig, die wichtigste überhaupt, da gibt es keinen Zweifel. Löwenzahn gibt es wenig, sehr wenig, aber der spielt auch mit, und Weißdorn. Aber auf alle Fälle die wichtigste ist die Steinweichsel. Danach kommt die Akazie, nicht wahr, die Akazie des Karstes ist auch typisch und sofort nach der Akazie kommen der Perückenstrauch, der Götterbaum und die Edelkastanie.  Linde gibt es hier nicht viel, aber in anderen Karstregionen schon. Das sind die Hauptblüten. Wenn ich Pollenanalysen machen lasse, gibt es auch immer einen bestimmten Anteil von Honigtau, z. B. Honigtau vom Perückenstrauch. Honigtau von Eiche und Wald gibt es in manchen Jahren, aber viel wichtiger ist Honigtau vom Perückentrauch. Eichenhonigtau findet man überall, aber Honigtau vom Perückenstrauch findet man nirgends! Das ist der Unterschied!“ so der erfahrene Imker.  Und um alle diese Honige ernten zu können, wandert er  mit seinen Bienen bis zu 50 km in die Berge hinein.

 

 

 

Zur Honigverkostung geht es in den Keller. An der Wand hängt eine bunte Sumsi-Uhr.  Sein Verkaufsprinzip sei denkbar einfach. Nicht er kontaktiere potentielle Kunden, sondern sie müssten zu ihm kommen. Überhaupt sei nicht das Verkaufen das Problem, sondern das Schwierige sei das Produzieren. Von jedem neuen Glas, das Silvan öffnet, wandert der erste Löffel flugs in seinen Mund. Dabei schließt er kurz die Augen. Das Ganze wird begleitet von einem genüßlich-zufriedenen Grinsen und dem Kommentar: „Pro Jahr esse ich an die 30 kg Honig. Wenn einer Wein macht, muss er auch Wein trinken. Wie kannst du wissen was guter Wein ist, wenn du nicht trinkst? Und mit Honig ist es ebenso!“

 

Die Verkostung beginnt mit Honig von Christusdorn. Der miele di marruca, wie der Honig hier genannt wird, habe Geschmacksaromen von exotischen Früchten, wie Maracuja. Es sei die einzige Honigtrachtpflanze, die auch in arabischen Ländern wachse. Der Honig kostet dort 200 Euro pro kg“, erzählt der Imker. Dann folgt Steinweichselhonig, miele di marrasca, wunderbar mandelduftig, gefolgt vom Lieblingshonig des Imkers, dem millefiori del Carso, ein großartiger Frühlingsblütenhonig mit zarten Duftaromen und feiner Zucker/Säure-Harmonie. Bohnenkrauthonig, miele di santoreggia, habe er selbst nicht. Aber er kenne einen Imker, der einen verkauft, allerdings sei das kein Bohnkrauthonig sondern Efeuhonig und der sei nicht interessant. Efeuhonig, miele di edera werde überall gemacht, alles hier sei voll von Efeu. Der Honig kristallisiere sehr schnell und sei sehr feucht. Manche würden sagen, er bringe die Bienen um, weil sie ihn nicht fressen könnten, unterstreicht der Imker seine Abneigung. Sein Perückenstrauchhonig, melata di sommaco, ist so zäh, das er kaum aus dem Edelstahlfaß rinnt. Silvan verkauft ihn als Waldhonig, als miele di bosco. Um ihn als Sortenhonig verkaufen zu dürfen, müsste er jährlich eine Analyse machen und das sei zu teuer. Es sei aber Perückenstrauch, denn er schmecke nach gekochten Äpfeln.

 

 

 

Nach der Verkostung zeigt uns Silvan die selbstgebaute Bienenhütte, direkt hinter seinem Haus. Sie steht in einer, für den Karst typischen Dolinen, in der Größe eines halben Fußballfeldes, südseitig, vom Bora-Wind bestens geschützt. Daneben Gemüsebeete mit Kohl und Mangold auf roter Karsterde und zahlreiche Laubbäume durch deren kahle Zweige das strahlende Licht der Dezembersonne dringt. Erinnerungen an die Jugendzeit des Imkers werden wach. An Munitionsfunde aus dem Ersten Weltkrieg, die von den Buben auf Feuer geworfen mit großem Getöse zur Explosion gebracht wurden.

 

 

 

Der Isontiner Karst war Schauplatz eines furchtbaren Gemetzels während des Ersten Weltkrieges.

 

Die kleine Hochebene des Karstes wirkt immer noch wie durchdrungen von Erinnerungen an  "La grande guerra" und seine furchtbaren Isonzoschlachten. Überall gibt es Soldatenfriedhöfe und  Mahnmale. Ganze Berghänge sind gespickt mit Überresten von Stellungen und Schützengräben.

 

 

 

Was das Klima beträfe, habe sich einiges verändert, seit er Imker sei, seit nunmehr gut 20 Jahren. Es gäbe jetzt mehr von diesen Wetterextremen, aber richtige Winter gäbe es nicht mehr. Früher habe es auch nicht viel Schnee  gegeben, aber die Winter seien sehr kalt gewesen, Kälte und Wind. Vor 30 Jahren hätte es hier noch bis zu minus 30 Grad gehabt. Jetzt komme man im Winter auf maximal  5 - 6 Grad minus, und das nur an manchen Tagen.  Im Sommer gäbe es diese extremen Niederschläge, es regne kurz und heftig und dann wieder lange nicht. Und im Karst könne man auch neue Pflanzen finden. Etwa  das Greiskraut, das es früher gar nicht gegeben habe oder Amorfa, eine Leguminose, die früher nur in der Ebene gewachsen sei.

 

 

 

Am Ende des Gespräches, beim Abschied am Gartentor dann ein Geständnis von Silvan Ferfolja: „ Io Viaggare ? Viaggare ? Non mi lascia la moglie...lacht...Viaggio, viaggio, cosÌ, no, non viaggio, No…non ho tempo!“ -  Ich, Reisen ? Reisen ? Meine Frau lässt mich nicht… lacht…Nein, so reisen tu ich nicht, ich reise nicht, ich reise nicht, nein… Ich hab keine Zeit !

 

 

 

 

 

Wissen: Der Blütenhonig des Karstes / ital. Miele millefiori del Carso / slow. Cvetlični med

 

Der Blütenhonig stammt vom Nektar von Blüten, Kräutern, Gräsern und Obstbäumen, die von den Bienen innerhalb des geografischen Gebietes des Karstes gesammelt werden. Frühlingsblütenhonige aus dem Karst sind meist hellgelb, flüssig und geprägt vom mandeligen Duft der Steinweichselblüte.  Die Sommerhonige zeigen eine hellgelbe bis bräunliche Farbe und bleiben lange in flüssiger Konsistenz. Sie haben fruchtige und florale Duftkomponenten. Der Geschmack ist sehr süß und anhaltend mit Noten von Blumen, Obst und Karamell. Kristallisierter Blütenhonig  weist meist auf einen hohen Anteil an Lindennektar hin. Im Pollenbild von Karst-Blütenhonigen findet sich ein Pollenspektrum, das sowohl Elemente der kontinentalen, als auch der mediterranen Flora aufweist: Kreuzdorngewächse wie Faulbaum und Christusdorn,  Obst,  Akazie,  Edelkastanie,  Hornklee,  Brombeere,  Manna-Esche,  Ahorn, Linde, Perückenstrauch,  Rosskastanie, Liguster,  Jungfernrebe,  Spargel,  Mädesüß und Efeu.

 

 

 

Wissen: Der Waldhonig des Karstes / ital. Miele di melata di bosco del Carso / slow. Gozdni med

 

Der Waldhonig des Karstes stammt von Honigtau, den die Bienen auf verschiedenen Laub- und Nadelbaumarten sammeln. Die wichtigsten Honigtauquellen sind: Linde, Perückenstrauch, Eiche und Ahorn.  Er ist von mittel- bis dunkelbrauner Farbe, häufig trüb und kann rasch kristallisieren. Der Geruchsintensität ist schwach bis mittelstark ausgeprägt nach Harz, Milchbonbons, Trockenfrüchten oder feuchtem Laub. Im Geschmack ist der Honig süß mit einem leichten Bitterton. Das Aroma ist von mittlerer Intensität mit Noten von  Karamell, Trockenfrüchten, Bierhefe und Malz. Im Pollenbild finden sich mehrheitlich Bestandteile des Honigtaus. Daneben sind Pollen von Edelkastanie, Perückenstrauch, Linde, Obstbäume, Eiche, Manna-Esche und Bohnenkraut anzutreffen.

 

 

 

Wissen:  Karst

 

Der Begriff Karst , von slow. kras „steiniger und unfruchtbarer Boden“, bezeichnet eine Landschaft im Grenzgebiet von Slowenien, Italien und Kroatien.  Die hügelige Hochebene stellt aus imkerlicher Sicht eine zweifache Ost-West-Grenze dar. Wie bereits im Kapitel  "Die Bienenrassen der Alpen Seite ??" erwähnt, trennt der Karst einerseits das natürliche Verbreitungsgebiet zweier geografischer Bienen-rassen: Carnica und Ligustica. Zugleich bildet der Karst auch die Klima und Vegetationsgrenze zwischen illyrisch-pannonischer Zone im Osten und mediterraner Zone im Westen.

 

 

 

Wissen: Die Geografie des Karstes

 

Geografisch ist das etwa 750 km2 umfassende Gebiet des Karstes nicht mehr Teil der Alpen sondern stellt bereits die Nordspitze des Dinarischen Gebirges dar. Auf italienischer Seite ist er zweigeteilt: Im Norden der  Isontiner und im Süden der Triestiner Karst. Vom Golf von Triest her erfolgt ein relativ rascher Anstieg auf die Hochebene, die weit ins slowenische Staatsgebiet hineinreicht. Die höchste Erhebung des Karstes ist der Monte Lanaro mit 450m Seehöhe. Der nordwestliche und zugleich kleinste Teil der kargen Felslandschaft, der Isontiner Karst wird umrahmt von den Flüssen Isonzo und Vipacco im Norden, der slowenischen Grenze im Osten und der Adria bei Monfalcone im Süden.

 

 

 

Wissen: Die Geologie des Karstes

 

Mit dem Begriff „Karst“ wird allgemein das geologische Phänomen einer korrodierenden Landschaft aus verschiedenen wasserlöslichen Gesteinen, deren Abflüsse großteils unterirdisch verlaufen, bezeichnet. Es ist dies ein Phänomen, das in der ganzen Welt zu finden ist, in China genauso wie im deutschen Mittelgebirge.

 

Das geografische Gebiet des Karstes ist eine zerklüftete, wellige Hochebene aus Kalkgestein. Typische Landschaftsformen finden sich sowohl oberirdisch mit Karstpoljen und Dolinen als auch unter der Erde mit weitläufigen Tropfsteinhöhlen. Typisch für den Karst ist auch die rote Erde. Allerdings sind weite Teile der Erdoberfläche durch Umweltfaktoren wie Erosion und Auswaschung des Bodens ins Erdinnere hauptsächlich mit Felsgestein bedeckt.

 

 

 

Wissen: Das Klima des Karstes

 

Das milde Mittelmeerklima trifft im Karst auf kühle kontinentale Strömungen, die von Nordosten kommen und als Bora, slow. burja, bekannt sind. Dabei handelt es sich um einen trockenen, kühlen und böigen Nordwestwind, der beim Eindringen von Festlandluft in Richtung Meer entsteht. Die Bora-Winde treten während des ganzen Jahres, vornehmlich jedoch während des Winters auf. Die Folge sind Temperaturabfall und das Abtragen des Erdbodens. Besonders im Winter ist wechselhaftes Wetter typisch. Durch die Nähe des Mittelmeeres kommt es häufig mitten im Winter, nach Tagen mit kaltem Wind zu einem kräftigen Temperaturanstieg. Niederschlag fällt das ganze Jahr hindurch, doch der Karstboden ist extrem durchlässig und neigt zu Trockenheit.

 

 

 

Wissen: Die Vegetation des Karstes

 

Die Flora des Karstes hat sich den besonderen geologischen und klimatischen Bedingungen dieses Gebietes angepasst. Die heutige Vegetation ist jedoch auch stark vom Menschen beeinflusst. Mächtige Eichenwälder haben einst die Hügel des Karstes bedeckt. Zur Errichtung der Pfahlbauten und zum Bau der Schiffsflotte von Venedig wurden sie im Mittelalter abgeholzt.  Die fast vollständige Entwaldung zur Gewinnung von Weide- und Ackerfläche erfolgte Mitte des 19. Jhdt. Nach dem Rückzug der Weidewirtschaft Mitte des vorigen Jahrhunderts nahm die Waldfläche wieder zu. Die verbliebenen Weiden weisen eine einzigartige Flora mit vielen seltenen Arten auf, darunter auch zahlreiche submediterrane Pflanzenarten. Der slowenische Teil des Karstes zählt zu den arten-reichsten Gebieten des Landes. Auf ihm gedeiht die Hälfte der slowenischen Flora. Die Bora hat im Karst deutliche Spuren hinterlassen. Die Vegetation ist vielerorts geprägt von windverformten Bäumen und Sträuchern.

 

Im 19. Jahrhundert begannen größer angelegte Aktionen der Aufforstung mit der Schwarzkiefer, deren harzhältige, klebrige Nadeln nicht so leicht vom Wind verblasen werden und daher zur Humusbildung beitragen. Die Idee dazu stammte von Josef Ressel, dem Erfinder der Schiffsschraube, der ab 1821 als Marineforstintendant für die kaiserlich-königliche Domäneninspektion in Triest tätig war. Heute ist der Karst wieder zu mehr als der Hälfte von Wald bedeckt.

 

Die heutige Vegetation des Karstes besteht aus drei Hauptelementen, die leicht voneinander unterschieden werden können: Buschwald mit Perückenstrauch, Hopfenbuche, Flaumeiche, Steinweichsel, Manna-Esche und Ahorn sowie künstliche Föhrenwälder und Magerwiesen (ital. Landa Carsica).

 

 

 

Die Sortenhonige des Karstes / ital. Miele monoflorale del Carso / slow. Kraški med

 

Akazienhonig / ital. Miele di Acacia / slow. Acacijev med

 

Bohnenkrauthonig / ital. Miele di Santoreggia / slow. Zepek med

 

Christusdornhonig / ital. Miele di Marruca / slow. Trnov med

 

Edelkastanienhonig  /ital. Miele di Castagno / slow. Kostanjev med

 

Efeuhonig / ital. Miele di Hedera

 

Götterbaumhonig / ital. Miele di Ailanto / slow. Ailantov med

 

Kirschenhonig / ital. Miele di Ciliego / slow. Cesnja med

 

Lindenhonig /  ital. Miele di Tiglio / slow. Lipov med

 

Metcalfahonig / ital. Miele di Melata di Metcalfa

 

Perückenstrauchhonig / ital. Miele di Melata di Sommaco /slow. Rujevo mano med

 

Steinweichselhonig / ital. Miele di Marasca / slow. Rešeljikov med

 

(siehe Kapitel II)

 

 

 

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